„Authentisches Goa Fisch Curry“

Anjum Anand macht es einem wirklich einfach. Ihr Buch „I Love Curry“, welches dank Petra von foodfreak.de bei mir im Regal steht, bietet mir immer wieder Inspiration etwas neues auszuprobieren.

Ich fand die indische Küche immer etwas herausfordernder als zum Beispiel diejenige von Thailand. Viele Gewürze, deren Erhältlichkeit manchmal auch Probleme bereitet, Aufwand… all das waren immer meine Bedenken. Grundsätzlich kauft man aber eine Packung Senfsamen oder Kreuzkümmel und all das bleibt dann auch ein Weilchen gut. Sogar ein ganz langes Weilchen.

Wir sind richtige Fleischmenschen aber an dem Tag wollten wir endlich mal etwas mit Fisch machen. Das stellt leider bei mir ein kleines Problem dar, da ich meine Mühe mit den Fischgräten habe. Ich will nicht arbeiten beim essen und einfach geniessen. Also gibt es in Chandler’s Küche meist nur Filets vom Fisch.

Nachdem schon ein paar Rezepte aus Anjum’s Buch schon gut gelangen, entschieden wir uns dieses Rezept auszuprobieren.

Authentic Goan Fish Curry

Gewürzpulver:
2 knappe TL Kreuzkümmelsamen
4-7 getrocknete rote Chilis (laut Rezept entkernt, hab ich vergessen…)
4 TL Koriandersamen

Paste:
30 g Ingwer (geschält in Stücken)
6 grosse Knoblauchzehen
1 kleine Tomate

1 kleine Zwiebel (fein gehackt)
3/4 TL Kurkuma
Salz
100 ml Kokosmilch
300 ml Wasser
1 TL Tamarindenpaste
2-4 grüne Chilis
600 gr weisse Fischsteaks oder Filet (bei uns gabs Seeteufelfilets)

Zu Beginn durfte ich wieder meine Gewürzmühle benutzen um die Zutaten zu feinem Staub zu pulverisieren. Das funktionierte ganz gut, auch wenn die Chili nicht ganz klein gebracht wurde. Aber das störte mich nicht weiter.

Authentic Goan Fish Curry

In der Zwischenzeit hat meine bessere Hälfte in einem Mixer die Zutaten für die Paste, mit ein, zwei Löffel Wasser zu Püree verarbeitet.

Somit wäre die Vorbereitung schon gemacht und man kann sich ans Kochen machen.

In einer Pfanne erhitzt man etwas Öl und gibt die Zwiebeln dazu, um sie bei mittlerer Hitze goldig zu kochen. Das dauerte überraschend lange auf so kleiner Flamme, was ich mir nicht gewohnt bin, weil ich meist anbrate.

Authentic Goan Fish Curry

Sobald sich die Zwiebeln langsam verfärben kann man die vorbereitete Paste hinzugeben und acht bis zehn Minuten immer noch bei mittlerer Hitze weiter kochen bis das Öl aus der Paste sichtbar wird.

Authentic Goan Fish Curry

Gewürzpulver, das Kurkuma, etwas Salz und ein Spritzer Wasser gehen jetzt noch mit rein um dann nochmals zwei Minuten etwas zu köcheln.

Authentic Goan Fish Curry

Um das ganze auch zu einem Curry zu machen kommt als nächstes das Wasser und die Kokosmilch dazu um es dann erneut etwas weiter kochen zu lassen.

Zum Schluss kommt die Tamarindenpaste dran welche gleichzeitig mit den Stücken von Fisch dazugegeben wird. Mit einem spitzen Messer wird noch auf die grünen Chilis eingestochen, mehrmals, richtig oft und dann kommen auch diese in die Pfanne. Das Ganze soll nicht zu lange auf der Herdplatte stehen. Drei bis sechs Minuten, so lange bis der Fisch perfekt zum essen ist.

Authentic Goan Fish Curry

An dieser Stelle würden laut Rezept noch 4 EL Kokoscreme hinzugefügt, welche ich nicht hatte, aber nach kurzem Abschmecken empfanden wir es für sehr geniessbar (und sehr scharf, wohl wegen den Kernen der getrockneten Chilis) und servierten es uns mit Jasminreis und einem gleichzeitig gekochten Aloo Gobi.

Der Fisch war nicht so extrem lecker und hat auch den Geschmack des Currys nicht besonders gut aufgenommen, aber das Curry selber war wirklich sehr gut. Aber, ich würde es wieder kochen und vielleicht den Fisch vorsalzen. Aber das überlege ich mir dann noch.

Aloo Gobi / Goan Fish Curry

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Zucchini-Nudeln mit Pesto, Broccoli und Speck

Immer wieder sind wir auf der Suche nach leckeren Rezepten, damit wir Pasta, Kartoffeln und Reis nicht allzu sehr vermissen. Auch wenn sich das jetzt dramatischer anhört, als es ist. Vermissen ist definitiv das falsche Wort. Uns gehen aber immer die Ideen aus, was wir jetzt genau ohne diese „Grundnahrungsmittel“ kochen können. Reis gönnen wir uns, aber es ist immer interessant Gerichte zu finde, die auch ohne Reis auskommen.

Als wir wieder mal nach geeigneten Abendessen im Internet surften und auf einer Low Carb Seite auf dieses Rezept für „Pesto Zucchini Pasta“ von Perry’s Plate stiessen, war unsere Begeisterung gross.

In meinem alten Schul-Kochbuch, dem Tiptopf, fand ich auch eine einfache Anleitung für Pesto, da ich kein Fertigpesto nehmen wollte. Und abends wars dann soweit.

Zucchini Pasta mit Broccoli und Speck

4 mittlere Zucchini, in lange dünne Spaghetti-Streifen geschnitten (gibt praktische, günstige Küchengeräte dafür)
grosszügige Prise Salz
1/2 Tasse Frühlingszwiebeln in 1-cm Stücke geschnitten
2 Tassen Broccoli-Röschen
6 (oder 7, oder 8, oder 9) Scheiben rohen Speck
nach Belieben Pesto
Parmesan für oben drauf

Pesto:
2-3 Bund Basilikum
3-4 Knoblauchzehen
1/2 TL Salz
wenig Pfeffer
1-2 kleine rote Thai Chilis (meine Adaption)
50 g geriebener Parmesan
2 EL Pinienkerne
1 dl Olivenöl

Erstmal können alle grob gehackten Zutaten für das Pesto in einen Massbecher gegeben werden, dann wird das ganze gemixt und püriert, bis es… nun ja, Pesto ist.

Bereitstellen kann man noch die Broccoli-Röschen, ich habe immer eine Packung gefroren im Tiefkühler. Und nein, ich glaube nicht, dass Tiefkühl-Gemüse schlecht ist. Ausserdem können die Frühlingszwiebeln auch schon griffbereit sein.

Zucchini-Nudeln mit Pesto, Broccoli und Speck

Die Zucchini-Spaghetti kommen in ein Spaghetti-Sieb und darüber die Prise Salz und vermischt es. Damit die Flüssigkeit entzogen wird steht es dann ca. 15 Minuten lang herum. Danach gut abtropfen und wenn nötig auch ein bisschen ausdrücken. Es sollte nicht mehr zu viel Wasser haben.

Speck… Der Speck, schreibt Natalie in ihrem Blog, ist nur als Geschmacksrettung gedacht, da gebratene Speckstreifen einfach lecker sind. Den schneidet man in ca. 2cm lange Stücke und gibt ihn in die heisse Bratpfanne und lässt sie knusprig braten. Anschliessend aus der Pfanne raus und auf einen mit Küchenpapier belegten Teller geben um das überschüssige Fett aufzusaugen.

In der Pfanne sollte noch genügend Fett sein, damit man nun den Broccoli und die Frühlingszwiebeln darin schwenken und garen kann. Das geht so 3-4 Minuten, je nach Grösse der Broccoli. Wenn der Broccoli gekocht ist, je nach Geschmack mehr oder weniger, die Zucchini-Spaghetti hinzugeben und zwei Esslöffel der Pesto. Gut vermengen und je nach dem noch mehr Pesto hinzugeben.

Wenn alles warm ist, dann muss man es nur noch auf einem Teller (oder zwei) anrichten, die knusprigen Speckstücke darauf verteilen, den Parmesan, und glaubt mir. Es ist ein Festessen!

Natalie stellte schon richtig fest, dass der Speck nicht unbedingt nötig wäre. Aber es gibt dem Gericht noch eine knusprige Note, die eigentlich hervorragend dazu passt.

Zum Nachkochen absolut empfehlenswert!

Zucchini-Nudeln mit Pesto, Broccoli und Speck

Carry me! No – Curry Mee (Curry Laksa)

Ein kleines Wortspiel, welches ich mir als Kind immer erlaubt habe. Beides waren gute Optionen und ich war mit beidem eigentlich ruhig zu stellen.

Meine Mutter ist aus Malaysia mit indischen Wurzeln. Das brachte uns natürlich jedes zweite Jahr und wenn möglich öfter in den Ferien nach Malaysia. Es war nie ein Problem für mich zum Frühstück ein scharfes, leckeres Nasi Lemak zu essen. Und Chicken Rice stand auch auf der Liste mit meinen liebsten Speisen. Und das ist bis zum heutigen Tag so.

Was ich aber immer gerne hatte war leckeres Curry Mee, oder Curry Nudeln zu Deutsch, auch bekannt als Laksa. Eine leicht- bis mittelscharfe Kokosmilch-Curry-Suppe mit Crevetten, Hühnchen, Fishballs, Tofu, Sojasprossen,… eigentlich war immer alles mögliche drin. Nur war ich als Kind nicht besonders experimentierfreudig, wobei es schon etwas besser geworden ist. Das heisst, dass allfällige Köpfe und Beine von Crevetten mich doch eher abschreckten. Aber das war meiner Mutter bewusst und sie wusste schon was sie mir vorsetzen konnte.

In erwachsenen Jahren bekam ich mein heiss geliebtes Curry Mee nur noch wenn ich in Südostasien unterwegs war. Die Alternative war noch mich bei meinen Eltern zum Besuch anzumelden und mir Laksa zu wünschen. Inzwischen gibt es aber noch ein, zwei malaysische Restaurants, bei denen man doch recht gut essen kann und die auch ein akzeptables Laksa servieren.

Vor ein paar Wochen fragte ich mich, wie schwer es wohl sein könnte Laksa selber zu machen. Petra machte mich gleich darauf aufmerksam, dass in Gordon Ramsay’s Great Escape Southeast Asia, welches sie mir mal schenkte, ein Rezept drin sei. Kurz überflogen, war mein nächstes Projekt auch schon festgelegt.

Die Zutaten zu bekommen ist inzwischen mit den diversen Asia Shops nicht so schwer. Ich habe das Glück, dass ich 4 solcher Läden bequem innert 15 Minuten mit dem Bus erreichen kann.

Ich benutze meist nicht ganz genau die Angaben des Rezepts, hier ist meine persönliche Auflistung. Für das genaue Rezept müsst ihr wohl das Buch von Gordon Ramsay kaufen, was ich aber absolut empfehlen kann.

Curry Laksa

Paste:
8 Schalotten grob gehackt (oder gemischt mit roten Zwiebeln, was grad da ist)
2.5 cm Ingwer geschält und gehackt
2 Stengel Zitronengras
3-4 Knoblauchzehen
2 cm Kurkumawurzel
2-4 EL Sambal Chili Paste (ich habe eine pürierte, halbtrockene Chilipaste gefunden)
1 TL Crevettenpaste

Suppe:
500 g Crevetten (roh, möglichst grosse, einfach grosszügig für 4 Personen rechnen)
Kokosöl
5-10 Fishballs
1 l Brühe (gemäss Rezept Fisch, ich habe Hühnerbrühe genommen)
500 ml Kokosmilch
1 Limette (gepresster Saft)
1 TL Fischsauce
dicke Eiernudeln (Menge nach Belieben, im Asia Shop „Mee“)

Garnituren:
2 Hühnerbrüste
Hühnerbrühe (in einem kleinen Topf, damit die Hühnerbrüste Platz haben)
3-4 Kaffir-Limetten-Blätter
4 Scheiben Galgant, geschält
1 Beutel Sojasprossen
1 Limette

Im Prinzip ist es wirklich enorm einfach. Die Pastenzutaten werden alle grob gehackt, dann mit Zugabe von etwas Wasser in einem Mixer zu einer toll riechenden Currypaste verarbeitet. Auf dem Bild ist der Moment zu sehen als ich zu spät merkte, dass ich die Kurkumastücke mit Handschuhen anfassen sollte, die rötlich-gelbe Färbung an den Fingern ist ziemlich hartnäckig.

Curry Laksa

Curry Laksa

In einen grossen Topf kommen dann zwei bis drei Esslöffel Kokosfett rein und sobald es heiss ist wird die selbstgemachte Currypaste darin gebraten bis es noch besser zu riechen beginnt und eine schöne braune Farbe hervorkommt. Das ist der Moment den Liter Fisch-, Hühner- oder Gemüsebrühe dazuzugeben. Das köchelt dann 10-12 Minuten leicht vor sich hin um den Geschmack so richtig zu entfalten und zu verteilen.

Jetzt fügt man die Kokosmilch, den Limettensaft und die Fischsauce hinzu, rührt das Ganze gut und kocht es weitere 5-10 Minuten. Zum Schluss kommen die Crevetten rein die 3-4 Minuten in der heissen Suppe perfekt garen. Ich werfe jeweils noch ein paar Fishballs, also Fischkugeln, in die Suppe und lasse diese mitkochen. Ist auch tiefgekühlt im Asia Shop erhältlich. (Auf dem letzten Bild auf dem Teller am oberen Tellerrand zu sehen)

An dieser Stelle könnte man noch Tofustücke hinzugeben, die einfach richtig warm werden müssen. Es gibt in Asia Shops diese Tofu Puffs, kleine Würfel die aussen leicht wie angebraten aussehen, und innen luftig wie ein Schwamm sind. Man gibt hier nicht einfach gewürfelte Tofustücke rein.

Nebenbei muss man noch die Hühnerbrüstchen pochieren. Ich schneide sie in Streifen, was das Anrichten zum Schluss etwas vereinfacht. Ideal sind auch Hühner-Innenfilets. In die Hühnerbrühe (unter Garnituren erwähnt) kommen einfach noch die Kaffir-Limetten-Blätter rein, aufkochen und die Hühnerstücke drin lassen bis sie pefekt gegart sind.

Natürlich dürfen die Nudeln nicht vergessen werden, die sollten einfach gemäss der Verpackung gekocht werden.

Curry Laksa

Dann gehts ans Zusammenstellen. In einem Suppenteller, idealer in einer Suppenschüssel, eine Portion Nudeln hineingeben und eine kleine handvoll Sojasprossen, danach die Suppe grosszügig darübergeben. Hühnerstreifen, Crevetten und sonstige Beilagen kommen zum Schluss darauf. Gordon Ramsay gibt noch Minzeblätter drauf, was ich weglasse, weil ich das nicht so kenne und auch den Geschmack nicht wirklich in der toll riechenden Suppe wollte.

Jedenfalls ist das Rezept wirklich toll, auch wenn ich (wie so oft) meinen Geschmack darauf anwende und dementsprechend anpasse. Das fertige Laksa war so lecker, dass es inzwischen einen festen Platz in unserer Rezepte-Shortlist hat. In diesem Sinne:

Selamat Makan!

Curry Laksa

Banoffee Pie – Extrem leckere Kalorien!

Wie schon erwähnt koche ich sehr gerne. Das macht Sinn, sonst wäre dieser neue Blog definitiv überflüssig. Sehr gerne koche ich für Freunde. Dabei habe ich natürlich die Hoffnung, dass sie genau so gerne (und viel) essen wie ich.

Mein Repertoire ist inzwischen relativ vielfältig. Aber ich muss zugeben, dass ich immer auf dieselben Rezepte zurückkomme, was aber niemandem etwas ausmacht. Mit Desserts war meine Kreativität immer sehr begrenzt. Meine Meinung war, dass man Torten kaufen kann oder fertige Crème Brûlée mit dem magischen Zucker, der sofort aushärtet, wenn man es auf dem leckeren Pudding in Töpfchen verteilt.

Für den einen Abend mit Freunden und lustigen Gesellschaftsspielen gab es also wieder ein Menu zu planen. Diesmal wollte ich aber auch das Dessert selber machen. Banoffee Pie hatte ich vor einigen Monaten bei der Arbeit kennengelernt und wollte das selber ausprobieren. Es gibt viele Rezepte im Internet, also nahm ich das in Angriff.

Als ich gerade meiner Kücheninspiration Petra erzählte was ich vorhabe, fragte sie wieso ich denn nicht das Rezept aus ihrem Kochbuch für Geeks nehme. Also nahm ich meine persönlich von ihr signierte Ausgabe zur Hand, suchte das Rezept und machte mich an die Arbeit.

Ich sollte noch anmerken, dass die Mengenangaben nicht ganz mit dem Buch übereinstimmen. Sie sind auf hier erhältliche Packungsgrössen und meine Faulheit zur Umrechnung angepasst. Das Buch ist jedenfalls eine starke Empfehlung von mir! Es sind etliche interessante Rezepte drin, welche ich irgendwann ausprobieren möchte und sicherlich, wenn ich es denn durchziehe, hier besprechen werde.

Banoffee Pie

230 g Hafer- oder Butterkekse
100 g Butter
4 EL Vollmilch-Schokoflocken
1 Dose gezuckerte Kondensmilch (400 g)
3 Bananen
250 ml Crème double
250 ml Sahne

Mit der Vorbereitung muss man früh beginnen, am Vortag wäre ideal. Man nehme einen Kochtopf, stelle die Dose Kondensmilch rein und fülle dann den Topf mit Wasser. So kommt das auf die Herdplatte um dann 2-3 Stunden (bei mir waren es immer 3) auf mittlerer Stufe vor sich hin köcheln. Irgendwo habe ich gelesen, dass man darauf schauen muss die Dose immer komplett mit Wasser bedeckt zu haben. Die Gefahren bei Nichteinhaltung wurden nicht erwähnt aber ich habe mich dazu entschieden, dem Ratschlag zu folgen.

Danach aus dem Wasser raus, und irgendwo in Ruhe abkühlen lassen, damit man sie dann auch wirklich ohne Verletzungsgefahr anfassen kann. Deshalb auch der Hinweis, dies schon am Tag vorher zu machen.

Erstmal müssen die Kekse zu Krümel zerstossen werden. Es führen viele Wege zum Ziel, ich habe es in einer Plastikschüssel und einem Mörser gemacht. Ich denke es muss nicht wie Mehl aussehen aber zu grob wollte ich es auch nicht haben.

Banoffee Pie

Mit gutem Zeitmanagement wissen gute Köche und Bäcker, wann sie was anfangen sollen. Irgendwann sollte man also in dieser Zeit die Butter weich/flüssig werden lassen. Das geht in einem kleinen Topf auf kleiner Stufe auf dem Herd hervorragend. Danach mischt man diese mit den Kekskrümeln und vermischt diese so gut wie möglich. Die Masse füllt man laut Rezept in eine Auflaufform, ich habe es in eine runde Springform gegeben, und streicht sie glatt, damit es zu einem Kuchenboden wird. Dann, ab in den Kühlschrank.

Etwas später, 20-30 Minuten sollten reichen, kommt die zu Toffee gewordene Kondensmilch aus der Dose auf den fertigen Boden. Diesen verteilt man so gleichmässig wie möglich auf dem Keksboden. Das stellte sich als etwas mühsam heraus, weil die Masse doch sehr dick wird.

Banoffee Pie

Darauf kommen dann die in Scheiben geschnittenen Bananen, die man natürlich auch anders schneiden darf. Ziel der Sache ist einfach, dass sie gut verteilt in jedem Stück der Torte aufzufinden ist. Danach darf sie wieder in den Kühlschrank.

Banoffee Pie

(Hier sieht man gut meine bereits erwähnte chaotische Arbeitsweise, nicht im Bild zu sehen, mein Freund, der die Augen verdreht wegen meiner … kreativen Art in der Küche zu arbeiten.)

Kurz vor dem Servieren gilt es dann das Meisterwerk zu beenden. Die Sahne und Crème double vermischen, aufschlagen bis es luftig und fest ist, auf die Torte auftragen, mit den Schokoflocken bestreuen, et voilà.

Banoffee Pie

Achtung! Es ist nur bei den ersten zwei, drei Gabeln leicht und bekömmlich, dieser erste Eindruck schwindet schnell. Geschmacklich aber bleibt die Torte lecker bis zu letzten Biss, der Tränen auslöst und Reuegefühle, wieso man so viel davon gegessen hat.

Chaos kann zu leckerem Essen führen!

Hätte man mir vor rund 15 Jahren gesagt, dass ich irgendwann tolle Sachen kochen würde, hätte ich wohl gegrinst und mich wieder meiner Pfanne mit Fertig-Tortellini und einer Packung Fertig-Pesto gewidmet. Die erste Zeit nach dem Auszug von zu Hause war die Convenience Food Abteilung von Migros meine primäre Quelle von Nahrung. Das passte so auch ganz gut. Unmengen an Brot mit Schinken und Käse vertilgte ich auch.

Den Pizzakurier zu entdecken war dann eine etwas kostspielige Affäre, die zwar bis zum heutigen Tag anhält, aber in Regelmässigkeit stark abgenommen hat. Es ist günstiger selber zu kochen und auch eine Pizza selber zu machen ist bei weitem nicht so schwierig wie man denken könnte. Aber wenn man einen Kurier des Vertrauens hat, dann sollte man den auch ab und zu mal unterstützen.

Jedenfalls… Selber kochen und Zutaten zu kaufen, die nicht schon verarbeitet in einem mit Plastik verschweissten Container liegen, das war ein Ziel. Doch wie stellt man das an?

Wir hatten in der Schule kochen gelernt, auch wie man Einkaufslisten schreibt, die verschiedenen Zubereitungsarten. Hinzu kommt noch, dass meine Mutter während 12 Jahren im Familienbetrieb der zentralschweizer Bevölkerung die indische, chinesische und malaysische Küche näher brachte. Also musste Kochen doch irgendwo in meinen Genen hinterlegt sein oder zumindest ein Talent welches ausbaufähig wäre.

Ich erinnere mich, wie mir meine Mutter eine Packung Curry Pulver mitbrachte, damit ich etwas kochen könnte, das wie daheim schmeckt. Kurze Instruktionen bekam ich, aber so richtig durchgezogen habe ich das nie. Die ersten Gehversuche waren dann etwas tragisch. Und noch tragischer, dass es zu einer regelmässigen Sache wurde: Hackfleisch mit Curry entweder mit Reis oder Brot serviert. Gemüse?

Weitere Gehversuche, zum Beispiel die ersten mit Gemüse, waren nicht gerade kreativer oder gesünder, aber immerhin war es ein Versuch. Eine Zucchini zu raffeln mit einer kleinen Packung Vollrahm zu vermischen, salzen und pfeffern und dann quer über eine Fertig-Rösti zu schütten war auch nicht die Crème de la Crème… trotz wirklich viel Crème.

Den genauen Zeitpunkt, wann es anfing, dass ich meine Mutter um kleinere Rezepte bat oder auch Rezepte ausprobierte, ich weiss es nicht mehr. Aber mit der Zeit kam wirklich etwas mehr Gefühl dafür auf, wie ich kochen sollte. Viele Kochbücher kann ich inzwischen mein Eigen nennen und gerade in jüngster Zeit habe ich viel experimentiert, mit Rezepten aus Büchern. Es macht Spass. Mein Freund mag was ich ihm auftische, meine Freunde und Familie bewundern die Bilder auf Facebook, die ich jeweils poste, und Gäste schwärmen noch lange, wenn ich etwas koche und sie das Glück haben eingeladen zu sein.

Grilled Eggplant and Tilapia with Cherry Tomato Zucchini veggies with herbs. That was delicious dinner!

Low Carb Pizza with Cauliflower base. Delicious!

Was ich trotz stetigem Verbessern meiner Kochkünste nicht verbessert habe ist die Fähigkeit die Küche gleichzeitig ordentlich zu halten. Aber da mein Freund diese Aufgabe gerne übernimmt, ist die Aufgabenteilung gar nicht mal so schlecht. Ich koche, er räumt auf.

Chandler's Kitchen

Das Bild zeigt unsere jetzige Küche nach grobem Aufräumen, ich wage es im Moment noch nicht, ein Chaos Bild zu verwenden. Aber vielleicht kommt das noch, denn…

… meine gute Freundin von Foodfreak sagte mir heute, nachdem ich erzählte welches Rezept später ausprobiert wird, ich solle auch foodbloggen. Es war nicht die erste Aufforderung dazu. Es ist aber ein interessantes Projekt und das Hobby ist unbestreitbar da.

Hiermit werde ich also den wiederholten Ratschlag annehmen und damit beginnen, meine kulinarischen Experimente zu dokumentieren. Auch kann ich so gewisse Fragen gleich auflösen, die Quellen der Rezepte veröffentlichen und gleichzeitig noch mehr ausprobieren und essen! Denn nebst dem Kochen ist glücklicherweise auch Essen ein grosses Hobby von mir.