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„Authentisches Goa Fisch Curry“

Anjum Anand macht es einem wirklich einfach. Ihr Buch „I Love Curry“, welches dank Petra von foodfreak.de bei mir im Regal steht, bietet mir immer wieder Inspiration etwas neues auszuprobieren.

Ich fand die indische Küche immer etwas herausfordernder als zum Beispiel diejenige von Thailand. Viele Gewürze, deren Erhältlichkeit manchmal auch Probleme bereitet, Aufwand… all das waren immer meine Bedenken. Grundsätzlich kauft man aber eine Packung Senfsamen oder Kreuzkümmel und all das bleibt dann auch ein Weilchen gut. Sogar ein ganz langes Weilchen.

Wir sind richtige Fleischmenschen aber an dem Tag wollten wir endlich mal etwas mit Fisch machen. Das stellt leider bei mir ein kleines Problem dar, da ich meine Mühe mit den Fischgräten habe. Ich will nicht arbeiten beim essen und einfach geniessen. Also gibt es in Chandler’s Küche meist nur Filets vom Fisch.

Nachdem schon ein paar Rezepte aus Anjum’s Buch schon gut gelangen, entschieden wir uns dieses Rezept auszuprobieren.

Authentic Goan Fish Curry

Gewürzpulver:
2 knappe TL Kreuzkümmelsamen
4-7 getrocknete rote Chilis (laut Rezept entkernt, hab ich vergessen…)
4 TL Koriandersamen

Paste:
30 g Ingwer (geschält in Stücken)
6 grosse Knoblauchzehen
1 kleine Tomate

1 kleine Zwiebel (fein gehackt)
3/4 TL Kurkuma
Salz
100 ml Kokosmilch
300 ml Wasser
1 TL Tamarindenpaste
2-4 grüne Chilis
600 gr weisse Fischsteaks oder Filet (bei uns gabs Seeteufelfilets)

Zu Beginn durfte ich wieder meine Gewürzmühle benutzen um die Zutaten zu feinem Staub zu pulverisieren. Das funktionierte ganz gut, auch wenn die Chili nicht ganz klein gebracht wurde. Aber das störte mich nicht weiter.

Authentic Goan Fish Curry

In der Zwischenzeit hat meine bessere Hälfte in einem Mixer die Zutaten für die Paste, mit ein, zwei Löffel Wasser zu Püree verarbeitet.

Somit wäre die Vorbereitung schon gemacht und man kann sich ans Kochen machen.

In einer Pfanne erhitzt man etwas Öl und gibt die Zwiebeln dazu, um sie bei mittlerer Hitze goldig zu kochen. Das dauerte überraschend lange auf so kleiner Flamme, was ich mir nicht gewohnt bin, weil ich meist anbrate.

Authentic Goan Fish Curry

Sobald sich die Zwiebeln langsam verfärben kann man die vorbereitete Paste hinzugeben und acht bis zehn Minuten immer noch bei mittlerer Hitze weiter kochen bis das Öl aus der Paste sichtbar wird.

Authentic Goan Fish Curry

Gewürzpulver, das Kurkuma, etwas Salz und ein Spritzer Wasser gehen jetzt noch mit rein um dann nochmals zwei Minuten etwas zu köcheln.

Authentic Goan Fish Curry

Um das ganze auch zu einem Curry zu machen kommt als nächstes das Wasser und die Kokosmilch dazu um es dann erneut etwas weiter kochen zu lassen.

Zum Schluss kommt die Tamarindenpaste dran welche gleichzeitig mit den Stücken von Fisch dazugegeben wird. Mit einem spitzen Messer wird noch auf die grünen Chilis eingestochen, mehrmals, richtig oft und dann kommen auch diese in die Pfanne. Das Ganze soll nicht zu lange auf der Herdplatte stehen. Drei bis sechs Minuten, so lange bis der Fisch perfekt zum essen ist.

Authentic Goan Fish Curry

An dieser Stelle würden laut Rezept noch 4 EL Kokoscreme hinzugefügt, welche ich nicht hatte, aber nach kurzem Abschmecken empfanden wir es für sehr geniessbar (und sehr scharf, wohl wegen den Kernen der getrockneten Chilis) und servierten es uns mit Jasminreis und einem gleichzeitig gekochten Aloo Gobi.

Der Fisch war nicht so extrem lecker und hat auch den Geschmack des Currys nicht besonders gut aufgenommen, aber das Curry selber war wirklich sehr gut. Aber, ich würde es wieder kochen und vielleicht den Fisch vorsalzen. Aber das überlege ich mir dann noch.

Aloo Gobi / Goan Fish Curry

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Chaos kann zu leckerem Essen führen!

Hätte man mir vor rund 15 Jahren gesagt, dass ich irgendwann tolle Sachen kochen würde, hätte ich wohl gegrinst und mich wieder meiner Pfanne mit Fertig-Tortellini und einer Packung Fertig-Pesto gewidmet. Die erste Zeit nach dem Auszug von zu Hause war die Convenience Food Abteilung von Migros meine primäre Quelle von Nahrung. Das passte so auch ganz gut. Unmengen an Brot mit Schinken und Käse vertilgte ich auch.

Den Pizzakurier zu entdecken war dann eine etwas kostspielige Affäre, die zwar bis zum heutigen Tag anhält, aber in Regelmässigkeit stark abgenommen hat. Es ist günstiger selber zu kochen und auch eine Pizza selber zu machen ist bei weitem nicht so schwierig wie man denken könnte. Aber wenn man einen Kurier des Vertrauens hat, dann sollte man den auch ab und zu mal unterstützen.

Jedenfalls… Selber kochen und Zutaten zu kaufen, die nicht schon verarbeitet in einem mit Plastik verschweissten Container liegen, das war ein Ziel. Doch wie stellt man das an?

Wir hatten in der Schule kochen gelernt, auch wie man Einkaufslisten schreibt, die verschiedenen Zubereitungsarten. Hinzu kommt noch, dass meine Mutter während 12 Jahren im Familienbetrieb der zentralschweizer Bevölkerung die indische, chinesische und malaysische Küche näher brachte. Also musste Kochen doch irgendwo in meinen Genen hinterlegt sein oder zumindest ein Talent welches ausbaufähig wäre.

Ich erinnere mich, wie mir meine Mutter eine Packung Curry Pulver mitbrachte, damit ich etwas kochen könnte, das wie daheim schmeckt. Kurze Instruktionen bekam ich, aber so richtig durchgezogen habe ich das nie. Die ersten Gehversuche waren dann etwas tragisch. Und noch tragischer, dass es zu einer regelmässigen Sache wurde: Hackfleisch mit Curry entweder mit Reis oder Brot serviert. Gemüse?

Weitere Gehversuche, zum Beispiel die ersten mit Gemüse, waren nicht gerade kreativer oder gesünder, aber immerhin war es ein Versuch. Eine Zucchini zu raffeln mit einer kleinen Packung Vollrahm zu vermischen, salzen und pfeffern und dann quer über eine Fertig-Rösti zu schütten war auch nicht die Crème de la Crème… trotz wirklich viel Crème.

Den genauen Zeitpunkt, wann es anfing, dass ich meine Mutter um kleinere Rezepte bat oder auch Rezepte ausprobierte, ich weiss es nicht mehr. Aber mit der Zeit kam wirklich etwas mehr Gefühl dafür auf, wie ich kochen sollte. Viele Kochbücher kann ich inzwischen mein Eigen nennen und gerade in jüngster Zeit habe ich viel experimentiert, mit Rezepten aus Büchern. Es macht Spass. Mein Freund mag was ich ihm auftische, meine Freunde und Familie bewundern die Bilder auf Facebook, die ich jeweils poste, und Gäste schwärmen noch lange, wenn ich etwas koche und sie das Glück haben eingeladen zu sein.

Grilled Eggplant and Tilapia with Cherry Tomato Zucchini veggies with herbs. That was delicious dinner!

Low Carb Pizza with Cauliflower base. Delicious!

Was ich trotz stetigem Verbessern meiner Kochkünste nicht verbessert habe ist die Fähigkeit die Küche gleichzeitig ordentlich zu halten. Aber da mein Freund diese Aufgabe gerne übernimmt, ist die Aufgabenteilung gar nicht mal so schlecht. Ich koche, er räumt auf.

Chandler's Kitchen

Das Bild zeigt unsere jetzige Küche nach grobem Aufräumen, ich wage es im Moment noch nicht, ein Chaos Bild zu verwenden. Aber vielleicht kommt das noch, denn…

… meine gute Freundin von Foodfreak sagte mir heute, nachdem ich erzählte welches Rezept später ausprobiert wird, ich solle auch foodbloggen. Es war nicht die erste Aufforderung dazu. Es ist aber ein interessantes Projekt und das Hobby ist unbestreitbar da.

Hiermit werde ich also den wiederholten Ratschlag annehmen und damit beginnen, meine kulinarischen Experimente zu dokumentieren. Auch kann ich so gewisse Fragen gleich auflösen, die Quellen der Rezepte veröffentlichen und gleichzeitig noch mehr ausprobieren und essen! Denn nebst dem Kochen ist glücklicherweise auch Essen ein grosses Hobby von mir.